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Der Gelbe Sack

gelber Sack

In Deutschland fallen jedes Jahr mehrere Millionen Tonnen an Verpackungsmüll an, und das Gros davon wird im sogenannten Gelben Sack oder alternativ auch über die Gelbe Tonne über den örtlichen Abfallentsorger abtransportiert. Inzwischen blickt der Gelbe Sack auf eine fast 30-jährige Geschichte zurück, denn am 8. Mai 1981 verabschiedete die Bundesregierung zusammen mit dem damaligen Umweltminister Klaus Töpfer (CDU) eine neue Verpackungsverordnung, welche quasi den Startschuss für die Mülltrennung bedeutete. Als Folge erblickten der sogenannte Grüne Punkt und der Gelbe Sack das Licht der Welt.

Ein polarisierendes Thema

Bis heute wird in der Bevölkerung kontrovers über den Gelben Sack gedacht und diskutiert. Viele lehnen ihn ab, weil sie meinen, dass die in ihm gesammelten Wertstoffe keinem ordentlichen Recyclingvorgang zugeführt werden, sondern vielmehr zusammen mit dem Restmüll in der Müllverbrennungsanlage landen oder noch schlimmer zu Mülldeponien in Asien oder Afrika verschifft werden. Fakt ist aber, dass die eingesammelten Säcke in Sortieranlagen gebracht werden, in denen die im Sack befindlichen Inhalte voneinander getrennt werden.

So wird sortiert

Im Wesentlichen werden die Stoffe dort nach Weißblech, Aluminium, Kunststoff und Verbundverpackungen sortiert. Die Metalle können dabei in der Regel meist sehr gut recycelt werden, bei den Kunst- und Verbundstoffen ist die Lage schon deutlich schwieriger. Diese setzen sich nämlich häufig aus verschiedenen Ausgangsmaterialien zusammen, die schlecht recycelt werden können.
Grundsätzlich gilt daher, je einheitlicher ein Verpackungsstoff ist, desto besser ist ein Recyclingprozess möglich. Aus recycelbaren Stoffen werden sehr häufig Granulate oder Mahlgut gefertigt, aus diesen wiederum Plastiktonnen oder Kunststoffpaletten entstehen.
Dass aus dem Abfall erneut das gleiche Produkt, wie es ursprünglich einmal war, produziert wird, ist dabei eher eine Seltenheit. Und leider ist auch Fakt, dass viele Kunststoffabfälle dann doch einfach verbrannt werden, weil sie zum einen aus zu vielen Einzelkomponenten bestehen oder zum anderen zu stark verschmutzt sind. Bundesweite Erhebungen aus den vergangenen Jahren haben immer wieder ergeben, dass die Verwertungsquote aus dem Gelben Sack nie über 50 Prozent lag.

Wie kommt man an die Gelben Säcke?

Die bei uns verwendeten Gelben Säcke werden zumeist in China oder in anderen asiatischen Ländern gefertigt. Zu bekommen sind sie auf Wertstoffhöfen oder in Bürgerbüros sowie Rathäusern. In manchen Regionen wiederum werden sie kostenlos an die Haushalte verteilt. Wer wiederum im Besitz einer Gelben Tonne ist, der hat im Normalfall keinen Anspruch auf die Säcke. Im Internet kann man aber Gelbe Säcke bestellen, die zudem auch reißfester sind, als die originalen Säcke.

Das darf in den Sack hinein

Grundsätzlich dürfen in den Gelben Sack Kunststoff-Verpackungen, Aluminiumdosen, pfandfreie PET-Flaschen, leere Flaschen von Spülmitteln, Joghurtbecher, Kunststoff- oder Metalltuben, Milch- und Saftkartons sowie Plastiktüten hinein. Ebenfalls erlaubt sind Verpackungen aus Verbundstoffen, Styroporverpackungen oder Verpackungen für Kaffee, Konservendosen, Kronkorken oder ähnliche Metallverschlüsse, Kunststoff-Deckel sowie Verpackungen von Medikamenten. Größere Kunststoffprodukte wie beispielsweise Plastikeimer oder nicht mehr gebrauchte Gießkannen dürfen nur über die Gelbe Tonne entsorgt werden, nicht jedoch über den Gelben Sack.

Ausnahmen

In einigen bayrischen Gemeinden werden Metallabfälle und Konservendosen getrennt in Containern gesammelt. Dort dürfen sie nicht in den Gelben Sack gegeben werden. In einigen Landkreisen, etwa in Pfaffenhofen oder in Ravensburg, gibt es keine Abholung der Gelben Säcke. Dort müssen die Bürger diese selbst zu speziellen Sammelstellen bringen.

Wann wird abgeholt?

Die Abholung lässt sich genau wie die Abholung des Restmülls oder des Altpapiers aus den sogenannten Abfuhrkalendern entnehmen, die von den Entsorgern festgelegt werden. Diese werden in der Regel einmal im Jahr an die Haushalte per Post zugeschickt. Alternativ lassen sie sich aber auch im Internet einsehen, oder es gibt spezielle Smartphone-Apps, die am Vortag oder zu einem anderen gewünschten Zeitpunkt eine Alarmierung ausgeben.

Zukunft des Gelben Sackes

Einige Wissenschaftler, die sich mit dem Thema Abfallentsorgung beschäftigen, gehen davon aus, dass schon bald ausgereifte Sortieranlagen auf den Markt kommen werden, die den Gelben Sack überflüssig machen könnten. Sie halten dann eine einfache Müllentsorgung für möglich. Die eigentliche Trennung würde dann erst in der Sortieranlage erfolgen. Noch sind solche komplexen Anlagen aber aus Kostengründen nicht erschwinglich.

Bildnachweis:

  • https://pixabay.com/de/photos/gelber-sack-umwelt-plastik-abfall-791401/
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